HTW, TUD und das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) untersuchen Wohnqualität bei Sommerhitze

Auch wenn die Sommerhitze gerade noch auf sich warten lässt, beschäftigen sich Wissenschaftler der HTW Dresden, der TU Dresden und des Leibniz IÖR bereits mit der Erforschung der Stadtbelastung durch lange Hitzeperioden im Sommer. Erprobt werden die Maßnahmen in Dresden-Gorbitz sowie der Erfurter Krämpfervorstadt. Die ausgewählten Quartiere stehen stellvertretend für unterschiedliche Rahmenbedingungen.

Vigh/IÖR-Media

Pressemitteilung des Leibniz IÖR:

 "Gute Wohnqualität trotz Sommerhitze – Forschungsprojekt untersucht Maßnahmen in Dresden und Erfurt

Hitzeperioden im Sommer – auch in unseren Breiten werden sie künftig häufiger auftreten und länger anhalten. Das hat negative Folgen für die Lebens- und Wohnqualität in Stadtquartieren. Im Projekt „HeatResilientCity“ (Hitzeresiliente Stadt- und Quartiersentwicklung in Großstädten am Beispiel von Dresden und Erfurt) untersucht ein interdisziplinäres Forschungsteam aus Wissenschaft und Praxis wie Gebäude baulich angepasst und Freiräume anders gestaltet werden können, um Hitzebelastungen abzumildern. Zu den Projektpartnern in Dresden gehören die Technische Universität (TUD), die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) und das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR).

Die Belastung durch lange Hitzeperioden im Sommer ist inzwischen als eine der folgenreichsten Wirkungen des Klimawandels anerkannt. Wie Städte und ihre Bewohner reagieren und welche Maßnahmen helfen können, mit der Belastung umzugehen, untersucht das Projekt-Konsortium aus vier wissenschaftlichen und drei Praxis-Partnern. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bis Herbst 2020 mit rund 2,5 Millionen Euro.

Von der TUD ist die Professur für Meteorologie beteiligt, von der HTW sind es die Professuren für Bauphysik/Bauklimatik sowie für Baukonstruktion. Das IÖR koordiniert das Projekt. Als Dresdner Praxispartner fungieren das Umweltamt der Landeshauptstadt und die Eisenbahnerwohnungsbaugenossenschaft (EWG). Gemeinsam wollen die Projektpartner konkrete Maßnahmen umsetzen und ihre Wirksamkeit prüfen. Gleiches passiert in Erfurt – dort sind mit dem Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation (ISP) der Fachhochschule Erfurt und dem Umwelt- und Naturschutzamt der Landeshauptstadt Erfurt ebenfalls Akteure aus Wissenschaft und Praxis aktiv.

Anpassungsmaßnahmen im Praxistest

Die Stadtforscher, Meteorologen, Bauingenieure und Gebäudetechniker wollen gemeinsam mit den Praxisakteuren Gebäude und umliegende Freiflächen umgestalten, so die Hitzebelastung in Wohnungen reduzieren und wissenschaftlich überprüfen, welche Anpassungen die größte Wirkung erzielen. Neben bautechnischen Lösungen für einzelne Gebäude soll auch die Wirkung von Stadtgrün und Gewässern in Wohnquartieren genauer unter die Lupe genommen werden.

Erprobt werden die Maßnahmen in Dresden-Gorbitz sowie der Erfurter Krämpfervorstadt. Die ausgewählten Quartiere stehen stellvertretend für unterschiedliche Rahmenbedingungen. So ist die Krämpfervorstadt geprägt durch dichte Gründerzeit-Bebauung, die demnächst durch Neubauten ergänzt werden soll. Dresden-Gorbitz hingegen ist ein typisches DDR-Plattenbau-Gebiet der 1980er Jahre. So unterschiedlich wie die Bebauung ist auch die Struktur der Eigentümer und Bewohner. Wie sie sich durch Sommerhitze in den Wohngebieten betroffen fühlen und das Thema als Problem wahrnehmen, ist bisher kaum bekannt. Das soll sich ändern. Die Projektpartner wollen die Anwohner und Gebäudeeigentümer eng in die Studie einbeziehen und Maßnahmen mit den Betroffenen vor Ort und für sie umsetzen.

In Dresden wird es schon bald konkret: An der „Mittelachse“ in Gorbitz, einem Band aus gestalteten Grünflächen mit Fußwegen, ist 2018 die Komplettsanierung einiger sogenannter Würfelhäuser geplant. Räume wie Wohn- und Kinderzimmer zeigen zumeist in Richtung Süd/Südwest – ideale Voraussetzungen, um erste Pilotmaßnahmen zur Temperaturregulierung wissenschaftlich begleitet umzusetzen.

Kontakt zur Projektkoordination im IÖR:
Dr.-Ing. habil. Regine Ortlepp,
Telefon: (0351) 46 79-246,
E-Mail: HeatResilientCity[im]ioer.de "

 

 

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