EU-Projekt TRANS-URBAN-EU-CHINA

Gemeinsam mit internationalen Partnern starten die Technische Universität Dresden (TUD) und das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) das EU-Projekt TRANS-URBAN-EU-CHINA. Die zentrale Frage des Forschungsvorhabens: Wie lassen sich Städte in China und Europa nachhaltiger gestalten? Besonderes Augenmerk legt das Projektteam dabei auf die Rolle sozialer Integration bei Prozessen nachhaltiger Stadtentwicklung.

Auszug aus dem Beitrag des Leibniz IÖR:

"China erlebt seit Jahren einen Umbruch vom Agrarland hin zu einer stark urbanisierten Gesellschaft. Immer mehr Chinesen leben in rasch wachsenden, zum Teil gänzlich neu erbauten Städten. Wie können diese rasante Urbanisierung in China, aber auch die Entwicklung von Städten in Europa so erfolgen, dass zum einen kein Raubbau an der Natur geschieht und auf der anderen Seite Aspekte des sozialen Miteinanders berücksichtigt werden? Was können die EU und China in diesen Punkten voneinander lernen? Diesen Fragen geht das von der Europäischen Union geförderte Projekt TRANS-URBAN-EU-CHINA nach. Zu den 14 internationalen Projektpartnern gehört auch die Technische Universität Dresden (TUD) mit ihren Professuren für Raumentwicklung und Landmanagement. Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden leitet das Forschungsvorhaben. Die administrativen Fäden des Projektmanagements laufen im European Project Center (EPC) der TU Dresden zusammen.

Bis Ende 2020 untersuchen insgesamt sechs chinesische und acht europäische Partner den „Wandel zu städtischer Nachhaltigkeit durch sozial integrative Städte in der EU und China“ (englischer Titel: Transition towards urban sustainability through socially integrative cities in the EU and in China). Das Projekt ist damit Teil einer intensiven Zusammenarbeit zwischen der EU und China, die seit 1998 besteht. Aktuell nimmt diese Forschungsallianz globale Herausforderungen in den Blick, die Europa und China gleichermaßen betreffen – wie nun im Projekt TRANS-URBAN-EU-CHINA die nachhaltige Stadtentwicklung.

„Wir wollen gemeinsam herausfinden, wie sich Städte intelligent, sozial integrativ und nachhaltig entwickeln lassen, sodass alle Bevölkerungsschichten in ihnen ein gutes Lebensumfeld finden“, fasst Dr. Bernhard Müller, Professor für Raumentwicklung an der TUD und Direktor des IÖR, die Ziele zusammen. Als Projektleiter hat er das große Ganze des Forschungsvorhabens im Blick. Sein Team aus Forschenden seines Lehrstuhls und des IÖR wird Aspekte der Planung untersuchen, die es zu beachten gilt, wenn Städte umgestaltet und erweitert werden.

Wie nach der Planung die konkrete Umsetzung aussehen kann, untersucht die Professur für Landmanagement der TUD. „Wir werden die Fragen beleuchten, die einen Investor in der Regel bewegen“, erläutert Prof. Alexandra Weitkamp. „Wie können Pläne realisiert werden? Wie steht es um die Sicherung von Landnutzungsrechten im Kontext der Land Administration? Auch Fragen des sogenannten Land Banking, also der Bevorratung mit Boden bzw. Grundstücken für die zukünftige Entwicklung und deren Bewertung stehen damit in Verbindung“, so Prof. Weitkamp. An ihrer Professur wird zunächst eine Doktorandin einen internationalen Literaturreview zum Thema durchführen und nach Beispielen suchen, die für den chinesischen Raum gut geeignet sein könnten. Welche Stärken und Schwächen die Beispiele haben und welche am Ende wirklich als „Good Practice“ gelten können, werden Experten-Interviews und Planspiele in China zeigen.

 „Wir setzen im Projekt ganz stark auf Partizipation, wollen lokale Akteure der Stadtentwicklung und die Bevölkerung selbst in unsere Arbeiten einbeziehen“, erläutert Prof. Bernhard Müller. „Gemeinsam werden wir zum Beispiel Instrumente und Maßnahmen entwickeln bzw. weiterentwickeln, die den städtischen Wandel voranbringen können.“ Die Instrumente werden in zwei sogenannten „Living Labs“ in chinesischen Städten getestet, um so das Wissen über Prozesse des städtischen Wandels zu erweitern. „Von entscheidender Bedeutung dabei sind unsere chinesischen Partnereinrichtungen, etwa die China Academy for Urban Planning and Design, die Chinese Academy of Sciences und das China Center for Urban Development in Peking. Aber auch Top-Universitäten aus China wirken im Projekt mit, etwa die Tsinghua Universität“, sagt Prof. Müller.

Nicht zuletzt sollen aus den umfangreichen Projektergebnissen Empfehlungen für Stadtverwaltungen, bürgerschaftliche Initiativen und andere Akteure der Stadtentwicklung formuliert werden. Auch für die Lehre sind die Fragen und Ergebnisse des Projektes spannend. Sie sollen deshalb auch in unterschiedliche Lehrveranstaltungen einfließen. Zudem wird sich eine Doktorandin aus China an der Dresden Leibniz Graduate School (DLGS), die von der TU Dresden und dem IÖR gemeinsam getragen wird, mit Fragen des Projekts beschäftigen."

Heike Hensel

Gemeinsam für nachhaltige Stadtentwicklung: Im Januar trafen sich Vertreter aller 14 Partnereinrichtungen im Projekt TRANS-URBAN-EU-CHINA in Dresden und diskutierten den Fahrplan für das Forschungsvorhaben. (Foto: R. Vigh/IÖR-Media)

 

 

 

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