Über 3000 Gesichtsvisiere: DRESDEN-concept und biosaxony-Partner unterstützen bei aktuellem Engpass

Private Pflegedienste, die Berufsfeuerwehr und andere öffentliche Einrichtungen kämpfen aktuell mit den gleichen Problemen wie Kliniken: Schutzausrüstung ist rar, und die Beschaffung solcher ist durch Lieferengpässe extrem problematisch. Die DRESDEN-concept-Partner unterstützen bei diesem Engpass und überreichten über 3000 im 3D-Druck- und Spritzgießverfahren hergestellte Kunststoffvisiere.

Die Berufsfeuerwehr Dresden nutzt die 3D-gedruckten Kunststofffvisiere für den Rettungsdienst.

Das Projektteam aus DRESDEN-concept Forschern und biosaxony-Verbund konnten durch 3D-Drucke und Spritzgieß-Elemente in kürzester Zeit verschiedene Einrichtungen mit Kunststoffvisieren versorgen. Die Prozessentwicklung, die normalerweise bis zu einem halben Jahr in Anspruch nimmt, wurde durch Tag- und Nachtschichten der Wissenschaftler forciert. Dank der Firma 1st Mould aus Pirna, dem Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden und der Kunststoffschmiede e.V.  konnten Kopfhalterungen der Kunststoffvisiere schon nach kurzer Vorbereitungszeit im großen Stil im Spritzgießverfahren hergestellt werden. Im Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) wurden Visiere im Laserschnitt produziert. Die 3D-Drucker der Forschungseinrichtungen mussten so nur noch Stützleisten herstellen und die Wissenschaftler konnten sich auf die Optimierung und den Qualitätscheck fokussieren.

„Die Fertigungszeit der Kopfhalterungen konnten wir durch das Spritzgießverfahren von 1,5 Stunden auf 15 Sekunden reduzieren. Zur Herstellung nutzen wir Produktionsreste, was den Prozess zugleich sehr ressourceneffizient macht. An einer Lösung, auch die weiteren Teile des Kunststoffvisiers im Recycling-Spritzgießverfahren herzustellen, arbeiten wir bereits mit Hochdruck.“, so Felix Schulz, Kernteammitglied in der Kunststoffschmiede und wissenschaftlicher Mitarbeiter am ILK.

Da an DRESDEN-concept und biosaxony auch Anfragen von Einrichtungen herangetragen wurden, die nicht durch die Krankenhausleitstellen beliefert werden, beschlossen die Partner, einen Teil der Kunststoffvisiere auch für diese zu produzieren. Die Kunststoffvisiere sind beispielweise bei der Berufsfeuerwehr Dresden, der Cultus gGmbH Dresden, Pflegeheimen in Zwickau, Arztpraxen in Torgau und zahlreichen weiteren sächsischen Einrichtungen im Einsatz.

„Das Brand- und Katastrophenschutzamt der Landeshauptstadt Dresden ist dankbar für die Unterstützung, die es in diesen Wochen erfährt. Die gelieferten Gesichtsvisiere sind ein wichtiges Element bei der täglichen Arbeit im Rettungsdienst. Insbesondere bei der präklinischen Intubation beatmungspflichtiger Patienten, bei der Absaugung von Sekreten, sowie auch bei der Abstrichnahme im Nasen-, Mund- und Rachenbereich bieten diese Gesichtsvisiere einen effektiven Schutz vor möglichen Infektionen“, so Michael Klahre, Pressesprecher der Feuerwehr Dresden.

Dank eines Aufrufs an die Forschungsallianzpartner konnten zusätzlich verzichtbare Reserven von Desinfektionsmittel und Schutzausrüstung etwa an den Dresdner Kinder- und Jugenddienst verteilt werden.

Bedarfe an Visieren können gerne an Romy Conrad, Koordinatorin der Geschäftsstelle DRESDEN-concept e.V. (geschaeftsstelle@dresden-concept.de) und André Hofmann, CEO biosaxony (hofmann@biosaxony.com) gerichtet werden.

Projektkoordination:

Lena Herlitzius, Referentin DRESDEN-concept (lena.herlitzius@tu-dresden.de, 0351 463 40427

André Hofmann, CEO Biosaxony (hofmann@biosaxony.com, 0351 7965501//0176 17965501)

 

DRESDEN-concept ist ein Verbund aus 32 Partnern aus Wissenschaft und Kultur. Die Zusammenarbeit im DRESDEN-concept zielt darauf ab, dass die Partner Synergien in den Bereichen Forschung, Ausbildung, Infrastruktur, Verwaltung und Transfer erschließen und nutzen. Dazu koordinieren sie ihre Wissenschaftsstrategie und identifizieren die Gebiete, in denen Dresden international führend ist. Die Partner arbeiten zusammen, um weltweit führende Wissenschaftler für Dresden zu gewinnen und diese an den hiesigen Wissenschaftsstandort zu binden. DRESDEN ist ein Akronym und steht für Dresden Research and Education Synergies for the Development of Excellence and Novelty.


Der biosaxony e.V. ist der gesamtsächsische Verband für Biotechnologie und Medizintechnik. Zu seinen Mitgliedern zählen Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen sowie Interessenvertreter und Zulieferbetriebe der Branche. Aufgaben des Clusters sind u.a. die Initiierung von Projekten zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, die Vermittlung von Services und Know-how sowie die Darstellung regionaler Kompetenzen, um den wertschöpfenden Ausbau dieser Querschnittstechnologien zu unterstützen und die Wirtschaftsregion Sachsen zu stärken.

 

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