Wir stehen in der Verantwortung!

Klimawandel, Energiewende, Nachhaltigkeit — Wir stehen in der Verantwortung

Am 24. Mai fand um 15:00 Uhr, und damit im Anschluss an die globale Fridays for Future Demonstration, eine Sonderfahrt in der DDc Science Tram statt, bei der DDc Wissenschaftler Schülern und Dresdnern Fragen beantworteten und Sie über aktuelle Forschung zu den Themen Klimawandel, Energiewende und Nachhaltigkeit informierten. Die Moderation übernahm Sonja Piotrowski.

 

Dürresommer wie der von 2018, Waldbrände schon im April, Stürme, Überschwemmungen und andere Wetterextreme hierzulande und in anderen Teilen der Welt. Plastik in den Weltmeeren, der Rückgang der Artenvielfalt, CO2-Bilanzen, die fern der gesteckten Ziele sind. Seit Monaten gehen Schülerinnen und Schüler auf die Straße, um die politischen Verantwortlichen aufzurütteln und zu einem anderen Handeln in Sachen Klimapolitik und C02-Emissionen anzuregen. Die Dresdner Wissenschaft forscht zu Themen wie Klimawandel, Energiewende, nachhaltige Stadtentwicklung und Umweltökonomie. Die Wissenschaftler freuten sich über das Engagement der Schülerinnen und Schüler und riefen zu einem Umdenken auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse in Umweltfragen auf.

 

 

Prof. Dr. Knut Schmidtke, Professor für Ökologischen Landbau, Prorektor für Forschung und Entwicklung an der HTW Dresden und Projektleiter des Tranferverbundes Saxony5, diskutierte mit den Teilnehmern über die Zukunft der Landwirtschaft. Der enorme Wasserverbrauch für die Herstellung von Fleischwaren war genauso Thema wie die Landnutzung in Deutschland. Unser Experte erklärte, dass es genügend Land und Technologien zur Ernährung der Weltbevölkerung gibt, man müsse nur die richtige Bewirtschaftung der Flächen wählen.

 

 

An die Diskussionen rund um den Verbrauch schloss Prof. Dr. Michael Stelter, Professor für Technische Umweltchemie und stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS, an. Er mahnte eine kluge Abwägung beim Verbrauch von Rohstoffen an. Hochtechnisierte Verbundmaterialien für Lebensmittel sind für Länder mit geschlossenen Kühlketten wie Deutschland oft nicht notwendig. Mikroplastik ist vermeidbar; lebensnotwendige Medikamente, auch wenn sich Spuren davon im Wasser anreichern können, sind trotzdem eine Errungenschaft der modernen Medizin.

 

Dr. Mathias Siebold vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) regte Gespräche über neue Technologien an, die den Verbrauch fossiler Brennstoffe verringern sollen. Zwar sind Unterdruck-Röhren und Ein-Liter-Autos noch Themen der Zukunft, aber die Nutzung von Fernbussen oder der Bahn spart schon heute enorm den Verbrauch von Ressourcen gegenüber der Nutzung des motorbetriebenen Individualverkehrs. Ein weiterer Experte vom HZDR, Dr. Martin Rudolph, Verfahrensingenieur und Abteilungsleiter für Aufbereitungstechnik am Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie, grüßte die Teilnehmer mit „Glück Auf“ und erörterte die Möglichkeiten des Re- und Upcyclings unserer Abfälle.

 

Einen Einblick in wirtschaftswissenschaftliche Aspekte des Klimaschutzes boten Dr. Anne-Karen Hüske und Björn Verse von der Professur für BWL, insbesondere Nachhaltigkeitsmanagement und Betriebliche Umweltökonomie der TU Dresden. Sie diskutierten die politische Willensbildung und Entscheidungsprozesse stellten die Abwägungen dar, die für neue, umweltfreundlichere Verkehrskonzepte notwendig sind.

 

 

 

Fotos: Bonss Ronald